DVBT – Zukunft

DVB-T – zukunftssicheres Fernsehen oder abgetragene Schuhe?

Video on Demand, Online-Mediatheken und der digitale Kabelempfang in HD machen es dem flexiblen terrestrischen Fernsehen immer schwerer, sich durchzusetzen. Zwar nutzen vor allem viele Menschen in Ballungsgebieten den kabellosen Empfang über eine Antenne, doch sind die ländlichen Regionen dafür viel zu gering ausgebaut. Hier ist HD+ über den Satellitenempfang oftmals fortschrittlicher und auch qualitativ hochwertiger. Da stellt sich also die Frage, wie geht es mit DVB-T in naher Zukunft weiter? Werden die Frequenzen ausgebaut oder über die nächsten Jahre für andere Zwecke freigegeben?

Fernsehsender bauen ab

avermedia-87999_640Bereits letztes Jahr kündigten RTL und ProSiebenSat1 an, den terrestrischen Empfang einstellen zu wollen. Nachdem ProsiebenSat1 sein Vorhaben nach wenigen Wochen wieder revidierte, bleib RTL dabei und steigt zum 1. Januar 2015 aus dem DVB-T-Programm aus. Als Grund nennt der Sender die hohen Verbreitungskosten, zusammen mit der geringen Nutzung des Dienstes. DVB-T sei bisher nur in großen Ballungsgebieten ausgebaut, in ländlichen Regionen empfange der Kunde lediglich öffentlich rechtliche Sender. ProSiebenSat1 erhofft sich nun eine höhere Verbreitung, da RTL mit seinem Angebot wegfallen würde. Doch besteht hier noch die Gefahr, dass Nutzer des terrestrischen Signals dann gänzlich auf einen anderen Verbreitungsweg überspringen und beispielsweise Kabel-TV oder Satelliten-Empfang nutzen. Doch letztendlich kommt es immer anders als man denkt.

Das terrestrische Fernsehen baut aus

avermedia-87999_640Im Mai 2014 beschlossen die Medienanstalten in Berlin mit allen wichtigen Sendergruppen einen Ausbau des terrestrischen Fernsehens. Ab 2016 beginnt der Ausbau von DVB-T2, einer weiterentwickelten Form der ersten Generation. Großer Vorteil für den Nutzer ist das hochauflösende Fernsehprogramm in HD. Leider geht mit dem qualitativ höheren Signal auch eine neue Verschlüsselungsart einher, was dazu führen wird, dass Kunden zukünftig für DVB-T2 zahlen müssen. Der Empfang der gebührenfinanzierten Sender der Öffentlich-Rechtlichen soll als einziger frei empfänglich sein.

avermedia-87999_640Wer gerne Privatsender schauen möchte, der muss eine spezielle Verschlüsselungskarte kaufen und monatliche Gebühren an die einzelnen Sendergruppen zahlen. Auch RTL hat vor, den neuen Standard und die neuen Frequenzen zu nutzen. So steigt der Sender lediglich von DVB-T auf die neue Version um. Der neue Standard wird laut Angaben der Medienanstalten neue Frequenzen nutzen, sodass die alten für andere Zwecke, wie z.B. Breitbandverbindungen, frei werden.

Nachfolgend die Vorteile von DVB-T2 gegenüber DVB-T in der Übersicht:

  • mehr Einsatzmöglichkeiten / hohe Flexibilität
  • abwärtskompatibel zu DVB-T
  • auch künftig erweiterbar
  • Empfang fix, mobil und portabel möglich
  • die Signalstabilität ist höher
  • Datenrate um mindestens 30 % höher
  • Frequenzeffizienz rund 30-50 % höher

Für den Empfang von terrestrischem Fernsehen ist eine separate Antenne für den Fernseher oder ein spezieller DVB-T-Stick notwendig. Auf dvbtstick.net erhalten Sie einen genauen Überblick über aktuelle Modelle und ihren Preis.

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